Sonntag, 21. November 2021

Im Siebengebirge

In der Zeitung hatte ich über eine Wanderung im Siebengebirge gelesen, mit tollen Bildern und einer Wegbeschreibung versehen. Zehn Kilometer sind gut zu schaffen - meinen Wanderfreund konnte ich überzeugen, dass wir mal ausserhalb unserer vertrauten Wege wandern sollten...

Auf dem Aussichtspunkt "Rabenlay"
Eine Stunde Anfahrt! Wir konnten durch eine Baustelle nicht bis zum geplanten Startpunkt fahren (Parkplatz am Sportplatz), aber ein Platz für das Auto fand sich. Irgendwie verpassten wir die vorgeschlagene Richtung und wanderten "gegen den Strom". Alles andere wäre langweilig und untypisch!

Wanderung Siebengebirge TT-Rabenlay-DollendorferHardt
Der Plan

Beeindruckend, die steile Wand mit den Basaltabbrüchen! Seit dem Mittelalter war hier Basalt und Trachyt abgebaut worden, auch für den Kölner Dom.

Naturschutzgebiet
Wir wählen den Naturpfad über den "Nücker Felsenweg", mit Zeit komme ich überall an! Nach einem steilen Anstieg genießen wir Aussicht! Bis in die Eifel kann frau hier gucken, das Radom ist am Horizont sichtbar, wenn ich den richtigen Standort wähle...
Blick auf die Godesburg

schon halb verrottet

Bei Sonnenschein wandern wir durch Buchenwald, das Laub raschelt unter den Füßen, es riecht nach Herbst - das beste Wanderwetter!
Nach kurzer Zeit erreichen wir den Aussichtspunkt an den Weinbergen oberhalb von Oberdollendorf. Wir beschließen eine kurze Rast zu machen.

Aussicht von der Hütte "Rheinblick"

Der Blick schweift weit ins Rheintal, Petersberg und Drachfels sind unverkennbar. Zusammen mit den bunten Weinblättern eine das Auge beruhigende Aussicht!
Petersberg und Drachenfeld am Horizont
"Ach komm, lass uns bis Heisterbach wandern, dass schaffen wir". Mit diesen aufmunternden Worten verlassen wir den vorgesehenen Weg und folgen der Beschilderung zum Kloster Heisterbach
 
Klosterruine Heisterbach
Zu dem ehemaligen Zisterzienser-Kloster gehört nicht nur eine Jahrhunderte alte wechselhafte Geschichte, sondern auch die Sage von dem Mönch, der in den Wald ging und dort einschlief. Als er am nächsten Tag wieder am Kloster ankam, waren 300 Jahre vergangen. Die Sage bezieht sich auf den 2. Brief Petrus: "... dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind.“ 
 
Im Haus Heisterbach, dem ehemaligen Gästehaus der Abtei, findet Mittwochs ein Café statt, getragen von ehrenamtlichen Damen, mit selbstgebackenem Kuchen und Kaffee. Themen jeglicher Art werden während der Öffnungszeit angeboten,dieser Nachmittag steht unter dem Motto "St. Martin". Sorgfältig wird auf die Beachtung der 2G-Regel geachtet.

Ich freue mich über eine Tasse Kaffee und ein Stück Apfelkuchen, dick mit Streuseln belegt! Eine willkommene Pause und wohlverdiente Stärkung!

Bei Sonnenschein machen wir uns auf den Rückweg durch den Herbstwald.
"Indian Summer" in Königswinter
Irgendeinen Abzweig verpassen wir und gehen nicht über den Rheinhöhenweg zurück, sondern folgen dem Rheinsteig.
Natur pur...
Schnell wird es dämmerig und die Engel beginnen ihr Backwerk 😉
Tolles Licht!
Irgendwann kommen wir doch auf den Rheinhöhenweg und zu dem Aussichtspunkt "Rabenlay" oberhalb der steilen Felswand, die wir zu Beginn unserer Wanderung bestaunten.
Aussicht von der Plattform
Eine gigantische Aussicht bietet sich!
Der Posttower in Bonn
Teilweise steht der Baumwuchs einer Panorama-Sicht im Weg. Statt dessen gibt es mit jedem Schritt andere Ausblicke! 
 
Auf unserem Weg ins Tal kommen wir an weiteren Aussichtspunkten vorbei, alle mit Ruhebänken ausgestattet. Bei Tageslicht sind sie sicherlich stark frequentiert. Nun aber sind wir bis auf ein paar (teilweise dunkel gekleidete, ohne Licht 😲 fahrende) Mountainbiker fast alleine unterwegs.
Bei diesen Lichtverhältnissen freue ich mich über die Bilder, die ich mit meiner Kamera mache...
Kurze Zeit später ist es finster, der Mond und die Taschenlampe des Mobiltelefons zeigen uns den Weg zum Auto. 
 
Es war ein schöner Weg, mit tollen Aussichten und grundsätzlich gut ausgeschildert - eben nicht nur für Städter geeignet😇.